05.08.2009, 22.43 Uhr • LeserbriefDruckenTrackback RSS-Feed

Tanz-Performance lockte an das Islandufer

Viele kamen vorbei – und blieben stehen. Denn was sich am Samstagnachmittag, 01. August 2009, am Islandufer in Elberfeld darbot, das hatte schon ungewöhnliche Ausmaße. Fünf Künstler sorgten mit Musik und Tanz bei “Floating Island” für zahlreiche erstaunte Gesichter.

Von der Galerie Blickfang zog es Künstler zum Islandufer (Foto: Michael Kaspers)

Von der Galerie Blickfang zog es Künstler zum Islandufer (Foto: Michael Kaspers)

Elberfeld. (red) Die Sonne strahlt am Samstagnachmittag, 01. August 2009, über dem Islandufer in Elberfeld. Nicht nur im Café in der unmittelbaren Nähe der Wupper und der Schwebebahn-Haltestelle “Ohligsmühle” sitzen zahlreiche Wuppertaler und genießen die Atmosphäre. Auch auf der Treppe hinab zum Ufer haben sich einige niedergelassen. Und die Menschenmenge wird immer größer, desto länger ungewohnte Kläge von dort ertönen.

Man sieht einige fragende Gesichter, was denn hier an der Treppe geschehe. Die Steine zur Wupper hinab sind mit weißen Papierrollen abgedeckt worden. Von allen Seiten strömen Gäste zum Ort des Geschehens. Sogar von der Schwebebahn hinab recken viele Schaulustige die Köpfe zu dem noch ungewöhnlichen Event an der Wupper. Eines haben sie doch alle gemeinsam: Die dort ausgestellte Kunst zieht sie in den Bann.

Die von Diego Lis Materon im Jahr 2004 gegründete Kunstgruppe “Floating Island” initiierte die Kunstperformance “Schattenbilder”. Vier weitere Künstler – Georgios Kotrosios, Alexandra Waierstall, Gabriela Tarcha und Alfonso Gravina – aus den Bereichen Malerei, Tanz und Musik begeben sich dabei in eine Illusion, in welcher sie die Freiheit haben, das zu tun, wonach ihnen der Sinn steht. Das Ziel: Die gemeinsame Kommunikation zu finden.

Während Gravina auf seiner Lure – einem germanischen Horn – beruhigend spielt, zeichnet Materon mit blauer Wasserfarbe die Schatten der Tänzerin nach, die auf der weißen Malfläche mit hingeberischer Körperhaltung tanzt. Abseits der Szene stimmt die Sopranistin eine Sequenz aus einer französischen Operette an. “Kunst hat keine Grenzen”, erklärt Diego Lis Materon. Seine Intention ist es, die Kunst im Alltag – abseits von den verschiedenen Museen und Galerien – sichtbar zu machen.

Fehler, so der Künstler, gebe es nicht. So stehe es jedem frei, mit Ungewöhnlichem zu experimentieren. Der in Kolumbien geborene Materon hat lange in Wuppertal gelebt, bis er mit seiner Familie ins französische Nantes zog. Er ist Wuppertals Kunstszene aber noch bis heute verbunden – und kommt immer wieder gerne ins Bergische zurück, um die Wuppertaler ab und zu weiterhin künstlerisch zu verzaubern.

Die Vernissage zur Retrospektive von “Floating Island” findet am Samstag, 08. August 2009, in der Galerie Blickfang, Luisenstraße 90, statt. Die Veranstaltung dauert von 16.00 bis 22.00 Uhr.

Von: Michael Kaspers

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