05.09.2009, 12.15 Uhr • LeserbriefDruckenTrackback RSS-Feed

Wuppertaler nahmen Abschied von Pina Bausch

Sie hatte mehrere Jahrzehnte lang nicht nur in der ganzen Welt, sondern auch im Wuppertaler Schauspielhaus sowie im Opernhaus mit ihren Choreografien die Zuschauer begeistert. In der Barmer Oper fand am Freitagnachmittag, 04. September 2009, nun die offizielle Trauerfeier für Pina Bausch statt, bei der rund 750 Prominente, Wegbegleiter und Freunde der Tänzerin und Choreografin ihre Ehre erwiesen. Rund 500 Zuschauer verfolgten die Trauerfeier zudem im Engels-Garten.

Im Engels-Garten verfolgten hunderte Personen die Feier (Foto: Michael Kaspers)

Im Engels-Garten verfolgten hunderte Personen die Feier (Foto: Michael Kaspers)

Barmen. (red) Über 750 geladene Gäste – darunter Familie, Kollegen, Freunde und Weggefährten der Ende Juni 2009 überraschend verstorbenen Leiterin des weltbekannten Tanztheaters Wuppertal – kamen am Freitag, 04. September 2009, im Barmer Opernhaus zusammen, um Pina Bausch im Rahmen einer Trauerfeier zu gedenken. So wie auch rund 500 Wuppertaler, die bei Regen im Engels-Garten ausharrten und auf einer Großbildleinwand die Reden und Darbietungen im Opernhaus verfolgten.

Jedes Mal, wenn sich das Bild auf der Videowand verdunkelte und die Musik langsam leiser wurde, gab es von den zahlreich erschienenen Pina-Bausch-Fans unter dem freiem Himmel lautstarken Applaus. Ein Meer aus Schirmen und Regen-Capes zeichnete den Platz vor dem Engels-Haus aus, das gemeinsame Beiwohnen der Trauerfeier und der Meinungsaustausch untereinander waren der Grund, weshalb sich eine ganz spezielle Atmosphäre aufbaute.

“Ich bin extra aus Münster heute mit meiner Tochter angereist”, erzählte Ursula Behrend. Sie und ihr Mann fanden Pina Bausch “einfach nur toll.” Schließlich hätte die Wuppertalerin mit ihren Choreografien jedes Mal etwas Neues gezeigt. Über den plötzlichen Tod von Pina Bausch zeigten sich beide entsetzt: “Wir konnten es erst gar nicht glauben”, erzählte Ursula Behrend, während im Opernhaus Oberbürgermeister Peter Jung an die Verdienste der Choreografin erinnerte: “Ich möchte mich von ganzen Herzen bei Pina Bausch bedanken.” Ihr Tanztheater habe die Welt nach Wuppertal geholt und Wuppertal in alle Welt getragen. Bauschs Ausspruch, Wuppertal sei “keine Sonntagsstadt, sondern eine Alltagsstadt”, unterstrich Jung deutlich: “So ist es und so soll es auch bleiben”.

Vielen der Anwesenden geladenen Gäste standen während der offiziellen Trauerfeier die Tränen ins Gesicht geschrieben. Manche Anwesenden rangen darum, nicht in Tränen auszubrechen. Pina Bausch war für viele eine einzigartige Frau. Sie dachte und sprach, wie Sie sich bewegte. Viele Ihre Zuschauer in den letzten Jahren seien “nach einer Vorstellung anders herausgekommen, wie sie hineingegangen sind”, erinnerte auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in seiner Trauerrede. “Egal ob es junge oder alte Menschen waren, sie konnte Menschen faszinieren und bewegen”, würdigte Rüttgers die gebürtige Solingerin. Unter den geldadenen Gästen waren unter anderem auch die Filmemacher Wim Wenders und Pedro Almodovar. Das Ensemble des Tanztheaters ehrte seine Chefin mit Darbietungen aus den zahlreichen Stücken Bauschs.

Auch im Engels-Garten zeigten sich viele der rund 500 Anwesenden tiefst bestürzt vom plötzlichen Tod der bekannten Choreografin: “Ich kann es einfach noch nicht fassen. Ich war zweimal bei ihren Shows dabei und war mit meiner Frau immer begeistert, wie toll und faszinierend die Show war. Jetzt kommen wir zum dritten Mal nach Wuppertal, aber leider nicht um eines Ihrer Stücke sehen zu können, sondern Abschied zu nehmen. Es ist schlimm dass eine so wunderbare Frau von uns gehen musste”, fasste Dr. Hans Siema aus Köln seine Trauer in Worte – und wischte sich mit einem Taschentuch die Tränen aus den Augen. Viele der Anwesenden Zuschauer hofften darüber hinaus, dass es mit dem weltbekannten Wuppertaler Tanztheater auch nach dem Tod Pina Bauschs weiter gehen wird.

Von: Michael Kaspers

Ein Leserbrief zum Thema »

  1. tja, bei mir werden nicht sehr viel kommen, ich bin ja auch weder berühmt noch bekannt – vermutlich somit auch weniger bis nichts wert.

    klaus
    #1, 05.09.2009, 18:55 Uhr

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