16.09.2009, 20.57 Uhr • Leserbrief • Drucken • Trackback • RSS-Feed
RSC Cronenberg: Der Angriff auf zwei Titel
Unter Nationaltrainer Sven Steup will der RSC Cronenberg in der Rollhockey-Saison 2009/10 in die Herren-Endspiele um die Deutsche Meisterschaft und den DRIV-Pokal einziehen und für ein bisschen Furore in der Champions League sorgen. Mit drei Neuzugängen und einer intensiven Vorbereitung ist man dabei recht gut aufgestellt, einzig die 76 Seiten Regeländerungen bereiten den Spielern noch Kopfzerbrechen.

P. Stroucken, S. Steup, S. Wilk, M. Wochnik, J. Behrendt (Foto: Marcus Müller)
Cronenberg. (red) Dass die Spielzeit 2008/09 unter Herren-Trainer Arjan van Gerven nicht gerade die beste in den vergangenen Jahren für die erfolgsverwöhnten RSC-Verhältnisse gewesen ist, das ist an der Ringstraße kein Geheimnis: “Die letzte Saison war nicht ganz so prickelnd”, gibt Präsident Peter Stroucken unumwunden zu. Aus diesem Grund hatte man sich nicht nur vom bisherigen Übungsleiter getrennt, der beim Rollhockey-Bundesligisten nur knapp ein Jahr lang wirkte, sondern mit Sven Steup dessen Vorgänger, den aktuellen Nationaltrainer und den RSC-Manager “verpflichtet”. Und schon im Laufe der Vorbereitung zeigt sich nun, dass das durchaus eine gute Wahl der Verantworlichen in Cronenberg war.
“Eigentlich hatte der ganze Kader rapide abgebaut”, lässt Steup kein gutes Haar an den Trainingsbedingungen seines Nachfolgers und Vorgängers. Die Leistungsdiagnostik mit der Wuppertaler Universität habe keine guten Ergebnisse gebracht, sodass man die Vorbereitung auf die neue Saison kurzfristig verlängert hätte. Statt sechs Wochen muss das Team um Kapitän Thomas Haupt nun acht Wochen lang intensiv trainieren. “Auch wenn sie abends nach Hause kriechen, so ist der Spaß am nächsten Tag im Training wieder da”, erklärt Steup den Motivationsschub, den er den Rollhockey-Herren des RSC Cronenberg wieder mit auf den Weg geben konnte.
Für Neuzugang Jens Behrendt war die Entscheidung für Trainer Sven Steup schließlich sogar der Hauptgrund, noch einmal in Deutschland die Rollschuhe zu schnüren. Der Nationalspieler stand fünf Jahre lang beim fanzösischen Klub Saint Omer unter Vertrag, in einer Liga, die der deutschen Bundesliga deutlich überlegen ist. Weil das Niveau unter Sven Steup beim RSC jedoch wieder deutlich angestiegen sei, entschied sich der 29-Jährige für den Wuppertaler Süden: “Es gibt keinen zweiten Verein in Deutschland, der das bietet”, lobt Behrendt die Professionalität im Training der Löwen.
Mit Frankreich-Rückkehrer Mark Wochnik sowie Remscheids Torwart Sebastian Wilk stehen zwei weitere namhafte Zugänge auf der Mannschaftsübersicht. Wochnik soll die Torflaute der vergangenen Spielzeit wieder vergessen lassen, Wilk sich mit Stammkeeper Marc Berenbeck abwechseln. “Wir haben das beste Torwart-Duo der Bundesliga in unseren Reihen”, ist sich Trainer Sven Steup sicher, der besonders die gut verstärkten Mannschaften aus Iserlohn, Walsum und Herringen als Mitfavoriten in Bundesliga und DRIV-Pokal ansieht. Zudem sei der RSC-Kader aber insgesamt doppelt gut besetzt, bei Verletzungen oder taktischen Umstellungen im Spiel könne man entsprechend reagieren.
Dieser Umstand könnte von Vorteil sein, denn die Rollhockey-Herren des RSC Cronenberg werden “auf drei Hochzeiten tanzen”. Neben der Meisterschaft und im DRIV-Pokal (RSC-Präsident Peter Stroucken: “Wir wollen in beiden Endspielen dabei sein!”) tritt man heuer auch wieder in der Champions League an. Dort rechnen sich die Cronenberger zwar keine allzu guten Chancen aus, wollen die Großen aber ein bisschen ärgern. Was die Auslosung im Rahmen der U17-EM am Samstag, 19. September 2009, bringen wird, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: “Gegen den FC Barcelona würden wir uns sicher nicht wehren”, erklärt Trainer und Manager Sven Steup. Auch der französische Meister Saint Omer wäre ein Wunschgegner, wo man vielleicht auf der Auswärtsfahrt auch wieder einen Fan-Bus einsetzen könnte. Einzig eine Reise auf die Azoren nach Candelaria, wie vor zwei Jahren, käme besonders für Schatzmeister Hans-Alfred Henckels nicht so gerne in Betracht.
Aber nicht nur sportlich müssen alle Spieler bis zum 10. Oktober 2009 fit sein, wenn der erste Spieltag in der Rollhockey-Bundesliga auf dem Programm steht. Auch insgesamt 76 Seiten an Regeländerungen müssen bis dahin verinnerlicht sein. Während die Schiedsrichter bereits in zahlreichen Lehrgängen darauf vorbereitet wurden, lernen die Spieler die neuen Regeln eher spielerisch: “Es bleibt abzuwarten, wie die Neuerungen ausgelegt werden”, mahnt allerdings Jens Behrendt vor allzu großer Angst. Bisher habe sich “alles in Grenzen gehalten”, kann auch Präsident Peter Stroucken von den ersten Spielen mit den neuen Regeln berichten. Es käme halt immer darauf an, wer pfeifen würde. Beim RSC bereitet sich man derweil insofern auf das schnellere und für die Zuschauer attraktivere Spiel vor, indem man Schiedsrichter zum Training einlädt, die dann die Spiele unter realen Bedingungen pfeifen sollen. Und bis zum Saisonstart wartet für das Team von Trainer Sven Steup noch eine Menge Arbeit.
Von: Marcus Müller












