19.11.2009, 08.02 Uhr • Leserbrief • Drucken • Trackback • RSS-Feed
Studenten besetzen Wuppertaler Uni-Hörsaal
Seit Mittwochabend, 18. November 2009, halten rund 40 Studenten der Bergischen Universität Wuppertal einen Hörsaal besetzt. “Es geht darum sich mit den streikenden Studierenden der anderen Universitäten in ganz Europa zu solidarisieren, den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks Nachdruck zu verleihen und für eine gute Lehre an der Universität Wuppertal zu kämpfen”, heißt es zu den Gründen für die Demonstration von Seiten der Besetzer.

Wuppertaler Studenten besetzten den Hörsaal 21 (Foto: Katharina Malik)
Elberfeld. (red) Rund 40 Studenten gingen am Mittwochabend, 18. Dezember 2009, nach der Uni nicht nach Hause. Sie trafen sich, um nach ersten Besprechungen und einer Teilnahme an einer Demonstration des Berufskollegs Kohlstraße an den Tagen zuvor nach demokratischer Abstimmung nun doch einen Hörsaal in der Bergischen Universität Wuppertal zu besetzen.
“Es geht darum sich mit den streikenden Studierenden der anderen Universitäten in ganz Europa zu solidarisieren, den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks Nachdruck zu verleihen und für eine gute Lehre an der Universität Wuppertal zu kämpfen”, begründen die Studenten ihre Entscheidung. In zahlreichen anderen Universitäten hatten bereits zuvor Studenten Hörsäle besetzt, um auf ihre Situation nach Reformen der vor einigen Semestern eingeführten Bachelor-Master-Studiengänge und besseren Studienbedingungen aufmerksam zu machen.
Ihren Protest übertragen die Wuppertaler Studenten dabei zeitweise live ins Internet. Mit einem Stream sowie aktuellen Informationen über den Kurznachrichtendienst twitter hielten sie am Mittwochabend Außenstehende auf dem Laufenden und sorgten für “Verstärkung”. Gegen 22.00 Uhr hatte sich nämlich der Sicherheitsdienst der Universität angekündigt und verlauten lassen, die Polizei zu rufen, sollte der Hörsaal nicht geräumt werden. Nach einigen (telefonischen) Verhandlungen konnten die Studenten bleiben und sicherten zu, sich friedlich zu verhalten.
Dass trotz ihrer Besetzung eines Hörsaals keine Veranstaltungen ausfallen, dafür sorgen die Besetzer selbst. In Rücksprache mit den Dozenten wurde bereits ein “Ausweichplan” ausgearbeitet und Vorlesungen in andere Räume verlegt. “Die Dozenten werden gebeten, den Bildungsstreik zu thematisieren und mit uns in einen Dialog treten”, heißt es in einer Mitteilung der Studenten. “In der Zeit, in der der Hörsaal nicht genutzt wird, wird ein Programm mit offenen Plenen und Diskussionen stattfinden.” Das erste offene Plenum im besetzten Hörsaal 21 findet am Donnerstagnachmittag, 19. November 2009, um 16.00 Uhr statt.
Den Dialog suchen wollen die Studenten auch mit der Uni-Leitung sowie Politikern. Wuppertals SPD-Bundestagsabgeordneter Manfred Zöllmer hatte bereits am Mittwoch bekundet, dass die Zeit der Lippenbekenntnisse vorbei sein müsse. “Die Studierenden und die Hochschulen warten auf Lösungen, nicht auf weitere Gipfel oder Runde Tische.”
Von: Marcus Müller













Die Frage bleibt ob der Herr Zöllmer das vor einem halben Jahr als Teil der Großen Koalition aus so gesagt hätte.
40 Studenten finde ich erstaunlich wenig …
@ Su-Mu
Der Hörsaal ist, wenn ich recht erinner für 60-70 Sitzende Studenten konzipiert, viel mehr und man erstickt, die Erfahrung mit 150 und mehr Studenten da drin zu hocken, wie die Hühner in der Legebatterie möchte ich nicht ein zweites mal machen.
Studieren würde ich unter solchen Bedingungen nicht wollen, aber ich dachte zumindest an eine größere Streikbeteiligung.