20.01.2010, 13.11 Uhr • LeserbriefDruckenTrackback RSS-Feed

“Man(n) muss charmant daher kommen!”

Derbe Sprüche, Witze unter der Gürtellinie – der Altmeister der “F…”-Comedy hat auch nach Jahren noch nichts verlernt. Ingo Appelt nimmt in seinem Programm “Männer muss man schlagen” nicht nur das harte Geschlecht auf die Schippe, sondern zieht auch tüchtig über Michael Schumacher, Angela Merkel und Xavier Naidoo her.

Comedian Ingo Appelt kommt nun auch charmant daher (Foto: Michael Kaspers)

Comedian Ingo Appelt kommt nun auch charmant daher (Foto: Michael Kaspers)

Elberfeld. (red) Schreie, Aggressionen und Verstöße unterhalb der Gürtellinie waren am Sonntagabend, 17. Januar 2010, lautstark im Elberfelder Rex-Theater zu hören. Dabei handelte sich nicht um wütende Fans, sondern um den “Terminator der bösen und schlimmen Wörter”. Kein anderer hat dieses Mundwerk besser drauf, wie Alt-Comedian Ingo Appelt. Im ausverkauften Hause mit mehr als 500 Gästen gab Appelt sein aktuelles Programm “Männer muss man schlagen” zum Besten.

Der Comedian fuhr dabei wieder einmal zur Höchstform auf und zündete eine “Lachbombe” nach der anderen mit hemmungslosen und bösartigen Gags. Und rechnete vor allem mit dem starken Geschlecht ab. Wie schon in seinen früheren Jahren verschoss Appelt auch im Rex-Theater wieder eine geballte Ladung an seinen bösen “F…”-Wörtern, zog massenweise Prominente aus dem öffentlichen Leben mit seinen grandiosen Parodien mächtig durch den Kakao und begeisterte doch schamlos. Eines war dennoch anders als damals: Sein markantes Dreieck auf der Stirn ist mittlerweile verschwunden. “Ich hab mir sogar die Schwanz-Frisur wegmachen lassen. Das ist alles eine Frage der Haltung. Man(n) muss eben charmant daher kommen”, teilte Appelt seinem Publikum mit.

Seine schonungslose Sprache unterscheidet Appelt von anderen Comedians. So kamen auch einige derbe Witze über seine Lippen: “Knut, den kleinen weißen Eisbären, den päppeln sie auf und pflegen ihn und den Braunbär haben sie erschossen.” Dennoch musste auch die Damenwelt vor den Appeltschen Scherzen zittern. Die Unterwäsche, die die Frauen heute bei H&M kaufen könnten, hätte es früher “nur bei Beate Uhse unter der Ladentheke gegeben”, erklärte Appelt. Das Publikum rastete vor Begeisterung aus.

Auch die Suche nach Helden lässt Appelt nichts aus: Rennfahrer Michael Schumacher gehört trotz seines Comebacks für ihn allerdings nicht dazu. “Hört der einfach so auf”, zeigte sich Appelt entsetzt. “Schwuler geht’s ja wohl wirklich nicht mehr. Niki Lauda hat für seinen Job wenigstens noch gebrannt.” Schlimmer wäre es ja nur noch, wenn Lauda die Werbekappe von Boxer Axel Schulz mit der Aufschrift “Fackelmann” tragen würde, so Appelt, der Xavier Naidoo als “Godfather of Eierstock-Vibration” tituliert. Auch an Angela Merkel lässt er kein gutes Haar: “Wer ist wieder schuld an der Finanzkrise? Ganz klar, die Männer!”, regt sich Appelt auf. “Und wer muss es gut machen? Die Bundesmutti Angela.” So sei Merkel schließlich durch Kompetenz zur Bundeskanzlerin geworden: “Man kann unserem lieben Schatzilein viel vorwerfen, aber hochgeschlafen hat sie sich definitiv nicht!”

Von: Michael Kaspers

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